Die Badesaison geht zu Ende
Die Badesaison geht zu Ende, das Thema Baggersee bleibt
In diesem Sommer ist wieder einiges passiert am Baggersee – und zum Glück ist manches davon positiv. Gut ist zunächst einmal, dass der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei häufiger vor Ort waren und verstärkt kontrolliert haben. Auch die Stadt hat reagiert und einen eigenen Flyer mit den wichtigsten Regeln herausgebracht und verteilt. Er informiert über gegenseitige Rücksichtnahme, die Einhaltung der Badebereiche, den Schutz der Natur und mögliche Konsequenzen bei Regelverstößen.
Außerdem gab es Gespräche und gemeinsame Ortstermine von Ortsverwaltung, Ordnungsamt und Polizei. Dabei wurden bekannte Problemstellen am See angeschaut und besprochen, wo künftig genauer hingeschaut werden soll. Auch eine deutlichere Beschilderung ist vorgesehen. Gut sind auch die beiden Notrufsäulen am Ost- und Westufer, die seit 2024 per Knopfdruck direkt mit der Notrufleitstelle verbinden.
Das sind wichtige Schritte. Besonders für den zusätzlichen Einsatz von Ordnungsdienst und Polizei sind wir dankbar. Trotzdem gerät der Baggersee immer wieder in die Schlagzeilen. Erst kürzlich wurde wieder über sexuelle Belästigungen am See berichtet. Das zeigt: Mit mehr Kontrollen, Flyern und neuen Schildern ist es nicht getan.
Besonders ernst nehmen wir die Rückmeldungen von jüngeren Frauen, die sich am Baggersee nicht sicher fühlen. Das darf uns nicht egal sein. Ein Ort, der Erholung und Freizeit für alle bieten soll, muss auch ein Ort sein, an dem sich alle sicher fühlen können.
Deshalb sollten wir mit den Betroffenen ins Gespräch kommen: Was erleben sie am Baggersee? Wo fühlen sie sich unwohl? Welche Situationen machen ihnen Angst? Und was würde ihnen konkret helfen?
Dabei geht es nicht darum, den Baggersee schlechtzureden. Im Gegenteil: Der Hirschauer Baggersee ist ein schöner Ort, den viele Menschen gerne nutzen. Genau deshalb sollten wir alles daransetzen, dass er auch ein sicherer und angenehmer Ort für alle bleibt.
Gemeinsam mit Verwaltung, Polizei, Ordnungsdienst und den Menschen, die den See nutzen, sollten wir deshalb nach weiteren Möglichkeiten suchen. Mehr Präsenz zu bestimmten Zeiten? Bessere Sichtbeziehungen an problematischen Stellen? Weitere Hinweise und Ansprechmöglichkeiten? Oder ganz andere Maßnahmen, auf die diejenigen kommen, die den See regelmäßig nutzen?
Wichtig ist, dass wir nicht erst im nächsten Sommer wieder über dieselben Probleme sprechen. Die Erfahrungen aus dieser Saison müssen jetzt ausgewertet werden. Die Zeit außerhalb der Badesaison bietet die Chance, Maßnahmen zu planen und umzusetzen.
Denn eines ist sicher: Die nächste Badesaison kommt.
Barbara Göger
